Thomas MinderMeine Voten im StänderatKommentar schreiben

Wir sind hier bei einem ganz heiklen und wichtigen innenpolitischen Thema: dem Abbau der Arbeitslosigkeit. Für einmal sind sich Ökonomen einig; die Corona-Krise wird die Arbeitslosenzahlen explodieren lassen. Im zweiten Quartal ist die Schweizer Wirtschaft um mehr als 8 Prozent eingebrochen, der schlimmste Einbruch seit Messbeginn. Wenn bei einer Unternehmung der Umsatz wegbricht, wird die Firma früher oder später nicht um Entlassungen herumkommen. Die Kurzarbeit gibt der Arbeitgeberin einige Zeit, um den Markt und das Kundenverhalten zu beobachten, um nicht bereits nach kurzer Zeit bei schlechten Umsätzen Entlassungen aussprechen zu müssen. Kurzarbeit rettet aber die Unternehmen nicht.

Die 1,9 Millionen Kurzarbeitsgesuche – diese Anzahl hat es in der Schweizer Geschichte noch nie gegeben – sind mehr als ein Alarmzeichen. Schon jetzt endet für viele die Kurzarbeit in der Arbeitslosigkeit. Viele Verwaltungsräte, Geschäftsleitungsmitglieder und Unternehmer schätzen die Auswirkungen der anhaltenden Corona-Krise als dramatisch ein. Sie investieren in einer derart unsicheren Zeit nicht mehr. Ende Juli titelten die Zeitungen in der Schweiz, dass 20 000 Kurzarbeitenden die Arbeitslosigkeit drohe. Das ist genau das, was ich meine, und das ist genau das, was im Tun ist. Eine Arbeitslosenquote von über 5 Prozent im nächsten Jahr würde mich persönlich nicht überraschen. Schulabgänger, ältere Arbeitslose, teure Arbeitnehmer, Studenten, Arbeitnehmer in einer Festanstellung kommen in einer solchen Wirtschaftskrise als Erste unter die Räder. Als arbeitsloser Jugendlicher in die Berufswelt einsteigen zu müssen, ist eine Katastrophe.

Quelle und vollständiges Transkript (parlament.ch)

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