Thomas MinderMeine Voten im StänderatKommentar schreiben

In der Kommission hat man uns seitens des Finanzdepartementes als Hauptgrund, warum man die Ammotec verkaufen will, die fehlende Freiheit der Ammotec, im Ausland bei Bedarf investieren und allenfalls ein neues Werk z. B. in Brasilien oder Vietnam aufbauen zu können, genannt. Im selben Atemzug hat man uns aber auch gesagt, die Kunden von Ammotec würden lieber Munition aus Thun als aus ihrem Werk in Ungarn bestellen; die Schweizer Ware sei qualitativ besser und präziser als jene aus Ungarn. So schlecht kann also das Konzept und die Strategie der jetzigen Ammotec, vor allem aus Thun zu produzieren, gar nicht sein.

Die Ammotec ist eine regelrechte Industrieperle und war 2019 sehr erfolgreich. Die Ammotec ist das europäische Vorzeigeunternehmen im Bereich der Munitionsherstellung. Swissness ist also auch bei der Munitionsherstellung sexy und gefragt. In anderen Worten: Die Ammotec ist eine regelrechte Cashcow. Es gibt in solchen Momenten grundsätzlich immer zwei Strategien, eine AG zu verkaufen: dann, wenn sie wie Ammotec gut läuft und auf dem Peak ist oder dann, wenn man keinen Ausweg mehr sieht und Hilfe braucht und kurz vor dem Konkurs ist. Es gibt aber eine dritte Sichtweise, und diese vertrete ich, nämlich jene, aus einer guten AG eine sehr gute AG zu machen und die Cashcow positiv am Leben zu erhalten. Ich habe diese Sichtweise übrigens auch als Unternehmer. Ich empfehle der Ruag und Ammotec, am Standort Schweiz weiter zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen, gerade weil die Swissness auch im Munitionsbereich und im Munitionskauf ein Plus ist. Es muss nicht Thun sein, aber die Schweiz, Schweizer Know-how, Schweizer Präzision ist in der Munitionsindustrie ein grosses Plus. Das ist der Grund, warum ich mit der Kommissionsmehrheit die Motion Salzmann unterstütze und gegen den Verkauf bin.

Quelle und vollständiges Transkript (parlament.ch)

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